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Ist ethische und nachhaltige Mode nur was für Reiche?

In den letzten Monaten waren wir auf mehreren Diskussionsrunden und an Universitäten, Schulen und auf Veranstaltungen, um über das Thema nachhaltige Mode zu sprechen. Eine Frage die häufig gestellt wird ist: " Es ist gut, ethische Mode zu kaufen und es ist einfach für die besserverdienenden, aber wie ist es für die durchschnittliche Person, die nicht so viel Einkommen hat. Was bedeutet ethischer Mode für diese Menschen? " Es ist eine faire Frage. Ethisch hergestellte Produkte sind teurer - in der Regel weil die Menschen faire Löhne erhalten manchmal aber auch wegen Greenwashing (wie bei einige bekannte Marken aus der Fastfashion Industrie). Es ist nicht realistisch anzunehmen, dass jeder den Kauf ethischer Marken priorisieren kann.

Wir machen oft Pauschalaussagen wie "Wenn wir alle unsere Konsumgewohnheiten ändern, könnten wir die Modebranche verändern!". Aber fordern wir wirklich alle dazu auf, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern? Und ist das gerecht? Für mich ist die Antwort "Nein". Als Student sind die überwiegende Mehrheit meiner Freunde und die Leute, mit denen ich die meiste Zeit verbringe, nicht wohlhabend, und es erscheint lächerlich, sie dazu zu ermutigen, ein Paar Bio- und Fair-Trade-Unterwäsche zu kaufen wenn sie nur versuchen, durchzukommen und genug Geld für Miete und Essen für den Monat zu haben. Ich würde genauso niemals die Flüchtlingsfamilie mit 6 Kindern verurteilen, weil sie bei Primarkt oder Woolworth Kleidung und Schulsachen für ihre Kinder kaufen. Auch würde ich nie einer meiner Freunde aus Sao Paulo oder Johannesburg, die ungefähr 400 Dollar ein Monat verdienen, auffordern fast 50 Dollar für ein neues Fair-Trade-Kleid auszugeben anstatt eine billigere Alternative zu kaufen.

Bildergebnis für studentenwg

Also, ist Einkaufen ethisch die Pflicht des oberen 1%? ( Wenn ich 1% sage, spreche ich von GLOBALEN 1%, nicht von der amerikanischen oder deutschen 1%. Wusstest du, dass wenn du $ 32.400 pro Jahr oder mehr verdienst, du zu dem oberen 1%  aus einer globalen Perspektive gehörst?) Und Ist es für mich als Blogger heuchlerisch, einen Lebensstil voranzutreiben, der für die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht erreichbar ist?

In einer Hinsicht bin ich mir sicher, dass die meisten ethischen Blogger, wie ich sind. Nicht nur, weil viele von uns junge, europäische Frauen/Männer sind. Die meisten von uns sind nicht "wohlhabend" nach den Standards unserer Heimatländer, aber wir können uns fair gehandelten Kaffee und Kleidung, die teurer sind, leisten und priorisieren. Es gibt wenige ethisch hergestellte Dinge, die lebenswichtig sind, also ist das "ethische Einkaufen" ein wenig frivol. Wir kaufen Produkte wie bunte geflochtene Körbe, bestickte Geldbörsen oder vegane Schuhe und Taschen aus Reifengummi nicht, weil wir sie brauchen, sondern weil wir sie mögen und den guten Zweck hinter dem Produkt unterstützen wollen.

 

Woman Holding Green and Red Leather Handbag

Mittelklasse- bis wohlhabende Amerikaner konsumieren weit mehr Ressourcen als die gesamte übrige Weltbevölkerung. Ehrlich gesagt, denke ich, dass die Veränderung der Modeindustrie mit dem globalen 1% beginnt, weil das globale 1% das Problem ist. Wir konsumieren die Mehrheit der billigen Güter, die zur Ausbeutung der Menschen und des Planeten beitragen. Wir sind diejenigen, die es sich leisten können, mehr für einen Gegenstand zu zahlen, um sicherzustellen, dass faire Löhne gezahlt werden. Mir geht es gut. Mit diesem Blogeintrag und andere Publikationen spreche ich hauptsächlich Menschen an, die so privilegiert sind wie ich, denn wir sind diejenigen, die unsere Gewohnheiten am meisten ändern müssen.

Aber wie kommt nun Elitismus dazu? Diejenigen von uns, die privilegiert sind, einen "bewussten Konsum" - einen bewussten Lebensstil zu führen, nennen das "den besten" Weg zu leben, so wie jeder leben sollte. Daran bin ich definitiv mitschuldig. Es gibt sicherlich ein Gefühl der Überlegenheit, das mit guten Entscheidungen einhergehen kann. Das was ich als die beste Wahl empfinde, empfehle ich mit Stolz weiter und sage alle sollten genau so leben und das ist nicht schön. Es ist etwas, auf das wir achten müssen, und erkennen, dass nicht alle nach unserem Versprechen und Werten leben können.

Aber auf der anderen Seite muss nachhaltig zu konsumieren nicht etwas „elitistisches“ sein und vor allem muss es nicht viel kosten, um nachhaltig und sozial zu leben. Denn ethische Mode / ethisches Leben bedeutet nicht nur, neue ethisch hergestellte Waren zu kaufen. Es gibt viele Möglichkeiten, die für jeden erreichbar sind und die richtigen Schritte in Richtung besserer Kaufgewohnheiten einleiten können. 

  • Kaufe weniger. 
  • Kaufe besser. 
  • Kaufe Secondhand Waren. 
  • Mache und kreire deine eigenen Sachen. 
  • Gehe lieber zu Flohmarkt als zu Ikea

Diese Methoden können nicht nur zu einem nachhaltigeren Lebensstil für buchstäblich jeden beitragen, sondern auch dazu beitragen, Geld zu sparen und die Lebensqualität zu steigern. Zum Beispiel: Ich mache mein eigenes Deo, das billiger ist als das billigste herkömmliche Deo und es verhindert, dass ich Chemikalien auf meiner Haut verschmiere, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Second Hand mode aus Berlin

 

Das, was ich fördern möchte, ist folgendes: JEDER sollte weniger kaufen und aus zweiter Hand kaufen. Diejenigen, die sich ein bisschen mehr leisten können: Kauft Qualität, investiert in teurere ethische Marken, die gute Dinge tun, um Veränderungen in der Modeindustrie zu fördern. Diejenigen, die sich einen Überschuss leisten können, lenkt eurer das Geld auf Unternehmen, die gut sind.

Ethisches Leben ist für alle da, und wir können alle etwas tun.

 

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