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Warum nachhaltige Modemarken die Schuldgefühle ablegen und mit dem Produkt gewinnen müssen

Wir kriegen immer wieder Feedback von unserem Kunden. Für uns ist es extrem wichtig, dass wir verstehen, was die Kunden wollen und das wir genau das anbieten, was die Kunden sich wünschen. Manchmal wollen unsere Kunden auch mehr sagen als nur ein paar Zeilen per E-Mail. Diesen Artikel hat Simone S. geschrieben. Sie ist Bloggerin aus Berlin und versucht soweit es geht nachhaltig zu leben. Wenn du auch Lust hast in unser Blog etwas zu veröffentlichen, dann schreib uns einfach eine E-mail an info@shoemates.de.

Wenn du lange genug in der nachhaltigen Modeszene warst, hast du das vielleicht schon hundert Mal gesehen. Du scrollst in deinem Instagram oder Facebook-Feed herunter und siehst dazwischen Zitate, die dich daran erinnern, "Wähle mit deinem Geldbeutel " und "Liebe die Tiere wie dich selbst". Es sind häufig nachhaltige Marken, die versuchen, auf dem überfüllten schwarzen Loch „das Internet“ etwas zu bewegen. 

Das Bild zeigt vielleicht das Produkt, oder auch nicht. Aber die Überschrift lautet immer: "Ich bin ein Designer, der früher für ausgefallene Luxusunternehmen / Fast-Fashion-Marken gearbeitet hat, aber ich habe entdeckt, wie furchtbar verschwenderisch die Modeindustrie ist und so beschloss ich, meine eigene Marke X zu kreieren, um für das Gute zu kämpfen. Ich mache vegane Hemden nur mit Bio-Baumwolle und Leinen. Mein Ziel ist es, die Modebranche zu reinigen, indem ich eine lokal produzierte Alternative zu schnellen Modemarken anbiete. Alle unsere Artikel werden hier in meinem Atelier in Berlin/Köln/Zürich hergestellt." 

Wenn du dich darin als einer dieser Designer wiedererkennst, gehe noch nicht weg. Lass mich erstmal ausreden. Ich meine das als einen wirklich ernstgemeinten Rat: Bitte, verzichtet auf die Schuld-Gefühle.

Wenn ich einkaufe, möchte ich mich nicht schuldig fühlen. 

Hier ist mein Problem: Wenn ich einkaufe, möchte ich mich nicht schuldig fühlen. Wie Majo sagen würde, ist Schuld eine Verschwendung von Zeit und Energie. Ich will es nicht. Ethisch einzukaufen ist schon schwer genug. Es gibt keine einfache Möglichkeit, Hunderte von Marken zu sortieren, die Werte, das Preisschild, die Farbe, den Schnitt, den Druck und die richtige Länge zu finden, nach der wir suchen. Wenn ich einkaufen gehe, habe ich 47 Tabs in meinem Browser geöffnet. Die Hälfte von ihnen sind Marken und die andere Hälfte sind Artikel über "die Vor- und Nachteile von Wolle" und "sollten Sie Polyester verbieten?" Ich bin höchstwahrscheinlich verloren in Jargon-Ville und ich fühle mich so gefangen wie Alice im Wunderland. Es ist ausgesprochen stressig.

 Fair Fashion Symbole

 

Also brauche ich keine Schuld. Ich muss mich nicht schuldig fühlen und ich muss auch nicht über deine Schuld wissen. Ich will über das Produkt wissen. Das Produkt ist das einzige, was mir wichtig ist. Das einzige, was für mich zählt, ist das Produkt. 

Es gibt viele Möglichkeiten, ethische Mode zu machen, und obwohl wir uns darauf einigen können, dass eine Schlüsselkomponente "weniger kaufen, gut auswählen" ist, bedeutet das nicht, dass ich den Prozess der Auswahl nicht genießen möchte. Ich will immer noch den Nervenkitzel der Jagd. Ich möchte einen Gegenstand sehen und denke "JA! Das ist der eine. Ich will das. Ich brauche das." Und ich möchte so fühlen, weil Mode das Medium ist, das ich wähle, das Medium, das wir wählen, um auszudrücken, wer wir sind. Neben vegan, minimalistisch, zero-waster bin ich auch Muslim, Franzose, Algerier, Feminin, stark, mutig, ehrgeizig und das beeinflusst, wie ich mich selbst sehe und was ich anziehen möchte, um meine Identität auszudrücken. Während ich mich aufgrund einer Reihe von ethischen Kriterien gut entscheide, wähle ich auch aufgrund meines Hintergrunds, meiner Persönlichkeit, meiner Bedürfnisse, meiner Einstellung, und lass mich dir sagen: Deine Skrupel über Mode haben damit nichts zu tun.

Also, hier ist mein Rat: Vergisst die Schuld und gewinnt mit dem Produkt.

Erzählt die Geschichte eurer Marke, nicht eure Geschichte

Der einzige Grund, warum sie, deine Marke, existiert, ist, weil du diese persönliche Reise von einem hirnlosen zu einem bewussten Konsumenten durchgemacht hast. Aber was ist deine Marke? In welcher Beziehung steht es zu dem Kunden, den Sie kaufen und anziehen soll? Denke daran, dein Kunde ist nicht nur ein ethischer Käufer. Es scheint wie eine Nische, aber dieser Nische ist sehr groß und weit. Dein idealer Kunde ist eine reale Person. Sie hat einen Namen, ein Alter, einen Job, eine Familie. Frage dich selbst, was ihre Probleme sind, was sind ihre Prioritäten, wohin geht sie, wie kann ich ihr helfen? Ich schreibe diesen Blog Beitrag auf shoemates.de, weil shoemates vieles anders macht. Wenn ich auf die Seite komme, fühle ich mich nicht gleich schuldig, hier bisher nicht eingekauft zu haben, sondern ich sehe ihre schönen Produkte. Das Produkt steht im Mittelpunkt. Der Social Impact ist das I-Tüpfelchen, was mich als letztes zum Kauf überzeugen soll, sie steht nicht vor dem Produkt. Bevor ich ein Kind in Afghanisten ein Paar Schuhe schenken will, möchte ich ein schönes Paar Schuhe, die bequem sind, die gut aussehen und die zu mir passen. Ein Paar Schuhe die für mich stehen und wenn ich damit noch etwas guten tun kann, dann kaufe mehr als gerne und mehr als nur ein Mal.  

Tags: fair fashion
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